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Schmerzhafte Niederlage in Wien

14.03.2010:  Diese Niederlage tut doppelt weh! In Wien zeigten die LIWEST Black Wings ihre bislang beste Halbfinalleistung, lagen zwei Mal mit zwei Toren Vorsprung in Front und stehen nun trotzdem mit dem Rücken zur Wand. Nach einem 4:5 gegen die Vienna Capitals heißt es in der Best of Seven Serie 0:3 – damit kämpfen die Linzer am Dienstag gegen das Saisonende.

Zumindest der Start in Wien gelang für die LIWEST Black Wings ganz nach Wunsch. Schon nach 68 Sekunden gewann Kapitän Philipp Lukas ein Bully, die Scheibe ging zurück an die blaue Linie und von dort zog Verteidiger Brendan Buckley sofort ab. Die Scheibe zappelte im Tor und zum ersten Mal in dieser Serie lagen die Linzer in Führung! Das gab den Stahlstädtern Selbstvertrauen und plötzlich lief auch das Spiel der Collins-Schützlinge, so wie man es sich schon von Beginn weg in diesem Halbfinale erhofft hatte.

Und das aggressive Spiel der Oberösterreicher wurde noch einmal belohnt. In der 8. Minute nützten die LIWEST Black Wings einen Abwehrfehler der Capitals und bedankten sich sogar mit dem 2:0! Aber für Euphorie war in diesem Match kein Platz, denn die Hausherren zeigten sofort, dass man Undiszipliniertheiten zu nützen wusste. Als Frank MacDonald in der 10. Spielminute auf die Strafbank musste, dauerte es nur 9 Sekunden, ehe die Wiener ebenfalls erstmals an diesem Abend jubeln durften. Das Power Play Tor der Hauptstädter ließ das Zittern wieder los gehen.

Alex Westlund stand in dieser Phase im Mittelpunkt des Geschehens, vor allem als Pat Leahy gleich für vier Minuten auf die Strafbank musste. Das war dann auch des Guten zu viel, denn in der 15. Minute nützten die Wiener auch dieses Power Play zu einem Tor und glichen zum 2:2 aus. Damit war eine tolle Anfangsphase mit einer schnellen Zweitoreführung dahin und die ausverkaufte Albert Schultz Halle stand Kopf. Das hätten die Linzer wieder ändern können, wenn auch sie ihr erstes Power Play genützt hätten. Aber anders als ihre Gastgeber konnten die Stahlstädter den numerischen Vorteil nicht in ein Tor umwandeln und es blieb beim 2:2. Die Tatsache, dass man bei 5 gegen 5 endlich ein Rezept gefunden hatte und dann den Vorteil durch unnötige Strafen aus der Hand geben musste, dürfte für Trainer Kim Collins ein ansprechenswertes Thema im ersten Drittel gewesen sein.

Zwar gingen die Stahlstädter mit einer weiteren Unterzahl in den zweiten Abschnitt, den man aber unbeschadet überstand. Direkt im Anschluss waren es die LIWEST Black Wings, die selbst ein Power Play vorfanden und durch Brad Purdie verwerteten. In der 25. Minute brachte der Stürmer stand nach einem Blue Liner genau richtig und konnte den Abpraller zur abermaligen Führung ins Netz drücken. Vier Minuten später hatten die Linzer schon wieder einen Grund zum Jubeln: nachdem Pat Leahy plötzlich auf und davon war wurde er vor dem Tor gefällt und ein Penalty ausgesprochen. Diesen verwertete Brad Purdie sicher und zum zweiten Mal an diesem Abend lagen die Collins-Schützlinge mit zwei Treffern in Front – und wieder gehörten die ersten 10 Minuten eines Drittels ganz klar den Stahlstädtern.

Und es hätte durchaus so weiter gehen können, denn auch Rob Shearer hatte kurze Zeit später die Möglichkeit, sich in die Torschützenliste einzutragen, scheiterte aber am Wiener Schlussmann. Anders als im ersten Abschnitt konnten die Oberösterreicher dieses Mal ihren Vorsprung lange halten, überstanden eine Unterzahl und als die letzte Minute in diesem Drittel angelaufen war, schien man den Zweitorevorsprung in die Pause bringen zu können. Doch dann war plötzlich ein Wiener alleine am Weg Richtung Alex Westlund, der Linzer Schlussmann hatte die Scheibe schon in der Hand, ließ sie dann aber doch fallen und die Referees gaben trotz Protesten von Philipp Lukas (es wurde reklamiert, dass bereits abgepfiffen war) dieses 3:4.

Somit blieb es in diesem Spiel weiterhin unglaublich spannend und die LIWEST Black Wings konnten sich auf einen stürmischen Gastgeber gefasst machen.

Die letzten 20 Minuten begannen für die Linzer dann ganz unglücklich. In der 43. Minute rutschte ein schon sicher geglaubte Scheibe hinter die Torlinie und die Vienna Capitals bejubelten das 4:4. Wieder war ein Vorsprung von zwei Treffern zu wenig gewesen und das Match begann praktisch wieder von vorne. Fünf Minuten später standen die Stahlstädter mit einem Mann mehr am Eis, als ein Wiener die Chance nützte und ein Break fuhr. Martin Grabher Meier behinderte den Gegner bei seinem Versuch, den fälligen Penalty wehrte Alex Westlund in der 48. ab und hielt damit das Unentschieden fest.

Die letzten 10 Minuten liefen an und das Gastspiel in Wien wurde zu einer Frage der Nerven. Es war Rich Bronilla, der die erneute Führung am Schläger hatte. Der Verteidiger ließ alle Wiener aussteigen, scheiterte aber am Torhüter der Hauptstädter – zum Leidwesen der knapp 300 mitgereisten Fans aus Linz. Direkt im Anschluss standen die LIWEST Black Wings mit einem Mann mehr am Eis, ein Fehler ermöglichte den Capitals aber einen Konter und die Scheibe zappelte in der 53. Minute hinter Westlund im Tor. Zum ersten Mal in diesem Match lagen die Wiener vorne und die Zeit lief nun gnadenlos gegen die Stahlstädter.

An ein Aufbäumen war vorerst nicht zu denken, zu tief saß der Schock und man hatte sogar Glück, dass man nicht frühzeitig noch deutlicher in Rückstand geriet. Die Linzer versuchten in der Schlussphase noch einmal alles, holten Torhüter Alex Westlund nach einem Time Out knapp 70 Sekunden vor dem Ende vom Eis und wollten den Ausgleich noch erzwingen. Die Oberösterreicher drückten auf den fünften Treffer, der aber nicht mehr gelingen wollte.

Dieses 4:5 in Wien tut so richtig weh, denn die Linzer waren ganz knapp dran am Anschluss in der Serie. Am Ende stand aber eine Niederlage und damit das 0:3 in der Best of Seven Serie. Am kommenden Dienstag heißt es für die LIWEST Black Wings nun, sich noch einmal voll zu motivieren, die heutige Leistung erneut abzurufen und im Heimspiel zurück zu kämpfen. Verlieren ist ab sofort verloren, es geht nun gegen das Saisonende.

Vienna Capitals - EHC LIWEST Black Wings Linz 5:4 (2:2, 1:2, 2:0)
Tore: 0:1 Buckley (2.), 0:2 Shearer (8.), 1:2 Bootland (11./PP), 2:2 Björnlie (15./PP), 2:3 Purdie (25./PP), 2:4 Purdie (29./Penalty), 3:4 Kranjc (40.), 4:4 D. Rodman (43.), 5:4 Gratton (53./SH).

Stand in der Best of Seven Serie:
Vienna Capitals (3) - EHC LIWEST Black Wings Linz (4) 3:0 (4:0, 3:1, 5:4)
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